Die Küche Perus: Kultur und Gastronomie

Gemüse auf dem Markt

Peruaner bezeichnen sich selber als Genießer! Außer, dass sie gerne und oft feiern, essen sie leidenschaftlich gern. Nicht nur die Menge ist relevant, vielmehr sind die Qualität, der Geschmack und die Zubereitung wichtig, „la Zazón“ wie dies im Land bezeichnet wird. Manche haben eine gute Zazón und andere nicht. Es ist ein Talent einzigartige und gut schmeckende Gerichte zuzubereiten. Manchmal reichen einfache Zutaten oder eine leichte Zubereitung, aber das Ergebnis muss eine Gaumenfreude sein.

Peru verfügt über eine besonders große natürliche Vielfalt, mit vielen Klimazonen und besonders vielen unterschiedlichen Lebensräumen, die man auf Reisen in Peru kennenlernen kann. Das übersetzt sich in einer sehr großen Vielfalt an frischen Zutaten. Die Regionen Perus sind sehr unterschiedlich und so auch die Zubereitungsarten der Lebensmittel. Zudem hat Peru eine bewegte Geschichte und wurde zu verschiedenen Zeiten von Einwanderern aus vielen Gegenden der Welt bevölkert. Erst kam die spanische Küche mit Ankunft der Eroberer, der Conquistadores. Mit ihnen zusammen wurden Sklaven aus Afrika nach Peru gebracht. Die Spanier brachten viele neue Zutaten und eine vorher unbekannte Zubereitung der Gerichte mit. Ihren Sklaven gaben sie in der Regel nur Reste, z.B. die Innereien der geschlachteten Tiere. Die Sklaven kochten damit und manchmal war das Ergebnis sehr wohlschmeckend. Das sind die beliebten „Anticuchos“ oder andere typische Gerichte geworden. Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Sklaverei verboten und die chinesischen Arbeiter übernahmen ihre Aufgaben, die auch einen großen Einfluss auf die peruanische Küche hatten. Davon zeugen die vielen „Chifas“ in jeder Stadt. In derselben Zeit kamen auch viele Menschen aus anderen europäischen Ländern und kurze Zeit später auch japanische Arbeiter. Nach den Weltkriegen versuchten viele Menschen der hoffnungslosen Situation zu entkommen und siedelten nach Südamerika um. So wurde die peruanische Küche immer reicher.

Die gute Küche spielt eine wichtige Rolle in der peruanischen Gesellschaft. Es wird z.B. gesagt, dass der Mann durch den Magen verliebt wird. Wer ein großes Talent für die Küche besitzt, genießt einen besonders guten Ruf und Ansehen.

Urubamna Markt

Die Küche ist der wichtigste Raum in einem peruanischen Haushalt. Es wird immer frisch gekocht, nicht nur zu Hause sondern auch in den Kantinen, wo manche in der Woche zu Mittag essen. In den größeren Städten gibt es sogar in Supermärkten für viele Berufstätige ein großes Sortiment frisch gekochter Gerichte. Am Wochenende versammeln sich meistens die Familien, das bedeutet in Peru außer den Eltern und Kindern auch viele weitere Familienangehörige. Es sind immer viele Erwachsene und Kinder, die zusammenkommen. Schon am Vormittag wird geplant, was gekocht werden soll. Es wird gemeinsam auf dem Markt eingekauft und schon während der Zubereitung ist die Zeit, in der die Familien zusammenkommen wertvoll, um sich auszutauschen und den Familienzusammenhalt zu stärken. Von den vielen Kindern, die im Haus herumrennen und spielen, gibt es immer welche, die sich mehr für die Küche interessieren. Diese werden langsam ihr Interesse und ihre Begabung zu einer besonderen Fähigkeit ausbauen. Die Kunst des Kochens wird immer noch meistens von der Mutter oder Großmutter weitergegeben. Viele haben von Kind an auf diese Weise ihr Talent langsam entwickelt und immer mehr dazugelernt. Daher gibt es heutzutage in Peru besonders viele talentierte Köche und Köchinnen. Man muss nicht unbedingt zum Sternenkoch gehen, um besonders gut essen zu können, manchmal findet man solche Talente auch in den Kantinen, die einen Mittagstisch anbieten oder in den kleinen Küchen mancher Markthallen. Auf Reisen in Peru können Sie daher an vielen Orten lecker essen.

Cuzco

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