Kolumbien verbietet Plastiktüten

 

Schätzungsweise werden weltweit 1 Billion Plastiktüten pro Jahr verwendet und nur ein Bruchteil davon wird recycelt oder verwertet. Allein in Deutschland werden jährlich sechs Milliarden dieser Tüten an Kunden verteilt. Seit dem 1. Juni haben sich 240 Unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, keine kostenfreien Plastiktüten mehr an ihre Kunden rauszugeben. Damit soll der Verbrauch pro Kopf und Jahr bis 2025 auf 40 Tüten gesenkt werden; in Deutschland liegt der Verbrauch derzeit bei 70 Tüten.

Kleine Plastiktüten in Kolumbien verboten

Da Plastikmüll eine zunehmende Bedrohung für unser Ökosystem ist, freuen wir uns umso mehr, dass die kolumbianische Regierung den Gebrauch von kleinen Plastiktüten (Durchmesser geringer als 30cm) auf Märkten und in Geschäften verboten hat. Bis zu 6 Plastiktüten pro Tag benutzt der kolumbianische Normalverbraucher. Juan Manuel Santos Calderón, kolumbianischer Präsident, erklärte, dass Plastikmüll der Grund für den Tod unzähliger Delfine und Schildkröten sei. Daher soll der Gebrauch von Plastiktüten in Kolumbien um zehn Prozent gesenkt werden.  Als Alternative solle man Stofftaschen verwenden.
Widerspruch erhält dieses Verbot allerdings von der kolumbianischen Plastikindustrie, die einen Großteil des Gewinns aus eben diesen Plastiktüten bezieht. Doch auch hier greift das Gesetz ein, denn von nun an besteht die Pflicht mehrfach verwendbare und ökologisch abbaubare Einkaufstüten zu produzieren.

Leguan auf den Galápagos-Inseln, Ecuador

Leguan auf den Galapagos-Inseln

Die Galapagos-Inseln gehen mit gutem Beispiel voran

Bereits 2014 wurden Plastik- Tüten und Becher sowie Schaumstoffverpackungen von den Galapagos-Inseln verbannt. 2008 räumte Ecuador, als erstes Land der Welt, der Natur ein eigenes Recht ein und somit ist dieses Verbot eine der vielen Umweltrichtlinien, die in der Verfassung des Landes verankert wurden. Pro Jahr waren auf den Inseln bis zu 4,5 Millionen Plastiktüten im Umlauf. Die übliche Verwendungsdauer liegt bei 15 Minuten, der Abbau von Plastik dauert allerdings länger als 200 Jahre. Das macht Plastikmüll zu einer der schwerwiegendsten Bedrohungen für Meeresbewohner: Die Tiere verschlucken den Abfall oder verfangen sich darin, was meist tödliche Folgen hat. Zudem kommt, dass die Galapagos-Inseln nicht über genügend Kapazitäten verfügen um die Abfälle zu verwerten. 
Das Verbot von Plastiktüten auf dem Insel-Archipel ist also ein wichtiger Schritt um die Erhaltung dieses megadiversen Lebensraumes zu gewährleisten.    

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